Agilität wird in der heutigen Zeit oft als Schlüsselkonzept für eine erfolgreiche Unternehmensführung verstanden. Doch um flexibel und reaktiv auf Marktanforderungen reagieren zu können, bedarf es mehr als ein theoretisches Konzept.  

Bereits 2018 begann die Reise der Netstream AG zur agil-lernenden Organisation. Nach dem Motto: «Der beste Weg, die Zukunft vorherzusagen, ist diese zu gestalten», hat der Verwaltungsrat der Netstream mit der neu erarbeiteten Vision, Mission und  Aspiration eine neue Ausrichtung gegeben.

Doch was bedeutet «Agilität» in diesem Zusammenhang?

Wenn wir von «Agilität» sprechen, gehen wir von einem Mindset, also einer gewissen Haltung und Denkweise der Mitarbeitenden, und nicht von bekannten Methodik- oder Prozessansätzen (wie beispielsweise Scrum) aus. Das Mindset Agilität bedingt die Verabschiedung vom gewohnten Perfektionsstreben von Beginn an und stellt Nutzen und Ziel des Handelns in den Mittelpunkt. Den Weg dorthin bewältigen wir in kleinen Schritten. So werden nach und nach Abhängigkeiten gelöst und wir erlauben uns auf diesem Weg Fehler zu machen und aus diesen zu lernen. Gemeinsam können wir so auf einem wohl nicht perfekten Weg Perfektion erreichen. Durch Agilität können wir innert kurzer Zeit auf neue Marktanforderungen reagieren und somit reaktiv, flexibel und anpassungsfähig arbeiten.

Anpassung der Führungsstruktur

Um Agilität in einem Unternehmen erreichen zu können, wird die individuelle Führung durch die geteilte Führung abgelöst. Dies setzte der Verwaltungsrat Anfang 2019 mit der Entscheidung um, die operative Geschäftsführung, intern bezeichnet als «Leadershipgruppe», als eigenständigen Führungskreis zu bilden. Dieser Kreis besteht aus sieben Mitgliedern, die gleichberechtigt Entscheidungen treffen können. Begleitet werden wir seitdem von Me&Me, dem Coaching-Duo mit Spezialisierung auf agile Organisationsentwicklung.

In der ersten Phase etablierte das Gremium eine neue Art der Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung in sogenannten Entscheidungsmeetings. Entscheidungen werden nun gemeinsam mit der Einwandintegration statt Mehrheitsbeschaffung getroffen, mit Hilfe eines Tools dokumentiert und durch die externen Coaches moderiert. Je nach Kontext entscheidet der Kreis direkt über den Inhalt (Was?) oder ermächtigt eine oder mehrere Personen (Wer?) damit, die inhaltliche Entscheidung zu treffen. Durch dieses Vorgehen wird gleichzeitig die Kompetenzentwicklung der einzelnen Mitarbeitenden gefördert.  Inzwischen konnten über 200 Entscheidungen getroffen und durch die Übertragung von Verantwortung auf die jeweiligen Experten / Fachspezialisten zügig und auch erfolgreich umgesetzt werden. «Entscheide zu treffen ist wichtig, die Umsetzung der getroffenen Entscheidungen jedoch match-entscheidend. Mit der Umstellung von Konsens auf Konsent und der bewussten Reduktion von Machtgefällen innerhalb der operativen Führung haben wir uns ein Werkzeug geschaffen, welches uns erlaubt, aktiv unsere Zukunft zu gestalten.», bestätigt Alexis Caceda, CEO Netstream AG begeistert über das Konzept.

Ausweitung des Konzepts auf gesamte Organisation

Doch Agilität benötigt mehr als nur ein Gremium. Nachdem die Leadership-Gruppe die neue Arbeitsweise erfolgreich etablieren konnte, gilt es nun, dieses Mindset und die dazugehörigen Arbeits- und Denkweisen auf die gesamte Organisation auszuweiten. Dies erreichen wir in vielen einzelnen Teilschritten, in welchen Mitarbeitende an die Methoden herangeführt werden und Führung dabei Stück für Stück in die Organisation abgegeben wird. Mit intensivem Coaching von verschiedensten Seiten und dem Prinzip “learning by doing” gehen wir so Schritt für Schritt in eine agil-lernende Organisation mit kollegialem Führungsprinzip über.

Lesen Sie mehr zur kollegialen Führung in unserem nächsten Blogpost zum Thema Organisationsentwicklung.